Einige Jahre suchte ich eine Online Projekt Management Tool, welches mir nicht nur die Möglichkeit geben sollte meine Projekte und damit verbundene Tasks zu organisieren, sondern vor allem meine Zeiten zu erfassen und diese dann später auch auszuwerten – Idealerweise sogar in ein Online Rechnungstool zu übernehmen.

Basecamp

Das Tool mit welchem ich, wie wohl viele andere auch, liebäugelte war Basecamp – für viele sicherlich DAS Referenz Tool, doch leider nicht ganz billig. Die Basis Version (“Basecamp”) schlägt mit 49$ oder z.Z. etwas über 37€ zu buche. Dafür bekomt man Tools zur Projektkommunikation, zum Verwalten von Dateien, und zur Projekt/Aufgabenverwaltung mit Zeiterfassung. Das ganze für unbegrenzte User bei 35 aktiven Projekten. Für Weitere 49$ bekommt man dann noch ein CRM Tool … und Echtzeit-Kommunikation (Chat) … und, und, und… Alles zusammen auch als Suite für 99$ oder rund 75€.

Erweiterungen

Und was ist mit Online Invoicing, Prototype- oder Wireframeing oder gar Code Verwaltung wie SVN oder Git? Kein Problem: Basecamp ist vielseitig und spricht mit vielen anderen SaaS-Applikationen, doch jedes mal kommen kosten dazu und das zum Teil nicht zu knapp.

Als Beispiel:

  • Freshbooks (Rechnungstool): 29$,
  • GetSignOff (Nicht wirklich für Wireframes / Nur als Beispiel): 10 Britische Pfund,
  • Beanstalk (Code Management): 25$.

Und schon sind wir mit der Suite bei etwa 128€ / Monat.

Funktioniert das in Deutschland?

Als ich Basecamp ausprobiert habe (Mit der Integration von Freshbooks) hatte ich Probleme die Deutschen Vorschriften und Pflichtangaben in Rechnungen abzubilden, auch die Übertragung von Zeitdaten nach Freshbooks war irgendwie umständlich. Allerdings ist das einige Zeit her und die DInge mögen sich inzwischen verbessert haben.

Basecamp Fazit

Meines Erachtens ist es ein Prestigetool, was sich auch zeigt, wenn man die Referenzen anschaut. Da will man einfach dabei sein. Es ist nicht schlecht und viele die das Tool aufgrund seiner Marktstellung ausprobieren bleiben wohl dort hängen und passen Ihre Prozesse dem vorgegebenen Workflow an. Nachdem man 30 Tage kostenlose ausprobiert, schön alle Daten eingepflegt, und evtl. auch noch ander Dienste integriert hat ist weg-seln teuer. Datenexport funktioniert zwar als XML, doch ob man die Daten dann auch so problemlos in eine anderes System bekommt ist fraglich.

Die Möglichkeiten die Basecamp mir als Freiberufler bieten haben mich nicht überzeugt, vielleicht ist es für größere Teams in denen mehr Kommunikation abläuft besser. Was mir vor allem fehlte war ein integriertes Wiki, sowie bessere PM Möglichkeiten, wie z.B. das Abbilden von Aufgabenabhängigkeiten, idealerweise als Gantt-Digaramm.

Zu guter letzt finde ich Basecamp einfach zu teuer, wenn man es mit einem ordentlichen Funktionsumfang aufpeppelt.

Planio

Zu Allererst

Planio wird von der deutschen Firma Planio GmbH (Affiliate-Link) in Berlin entwickelt und basiert auf dem in Ruby geschriebenen Open Source Produkt Redmine. Ich erwähne die Herkunft vor allem, weil ich mir in den 3 Jahren in Irland angewöhnt habe Wirschaftsnational zu denken; Warum ein ausländisches Produkt nutzen, wenn es das gleiche in Irland, bzw. jetzt Deutschland gibt. So bleibt das Geld im Land. Mal ganz abgesehen von den kürzeren Supportwegen (z.B. Zeitverschiebung) und den wegfallenden Sprachbarrieren. Für sich genommen mag jedes Einzelne nicht so wichtig sein, doch wenn dann noch der Support gut ist und man zuvorkommend und schnell bedient wird und auch auf individuelle Wünsche und Anregungen eingegangen wird, ist das sicherlich alles zusammengenommen ein super Pluspunkt. Dies ist nach meiner Erfahrung beim Team hinter Planio der Fall.

Der Preis und was man dafür bekommt

Bei 9€ pro Monat geht’s los, doch der dem oben genannten Bascamp Tarif entspricht wohl am ehesten der Planio Gold für 29.-€ / Monat, dafür bekommt man 20 Projekte, 30 Benutzer, 10 Workflows und 15GB Speicherplatz. Meiner Meinung nach könnte gerne die Anzahl der Benutzer und Projekte getauscht werden, doch dies mag wiederum daran liegen, dass ich hauptsächlich alleine mit dem Tool arbeite. Die 15 GB Speicherplatz beinhalten auch das Repository (s.u.).

Die Features

Die Projektverwaltung untergliedert sich in

  • Aufgabenverwaltung mit Milestones, einrichtbaren Abhängigkeiten und Gantt-Diagramm, eigenen Workflows, sowie Kalender. Aufgaben lassen sich außerdem per E-Mail anlegen und Kommentieren.
  • Dokumentenverwaltung mit Online Dokumenten, Dateiupload und Git-/SVN-Repository
  • Zur Projektkommunikation steht ein Nachrichten System, eine Forumsfunktionalität, sowie Kommentarfunktionen zu Verfügung.
  • Das Wissensmanagement kann über ein Wikis mit Volltextsuche realisiert werden.

Außerdem wurde vor kurzem ein vollwertiges CRM-Modul released, über das nun unter anderem -wenn gewünscht-  die projektbezogene Mail-Kommunikation mit dem Kunden eingerichtet werden kann.

Erweiterungen

Auch plan.io bietet die Möglichkeit sogenannte Apps zu verwenden, hierbei sind jedoch externe SaaS-Applikationen gemeint. Eine Mobile App gibt es noch nicht, leider auch noch keine für Mobile optimierte Weboberfläche. Die Anzahl der angebotenen Apps ist leider auch noch eher gering. Zur Zeit sind das Salesking (Affiliate-Link), eine Online Rechungssoftware und Pidoco eine eine GUI Design Software für klickbare Wireframes. Beides sind ebenfalls Deutsche “Produkte”, die bei 12€, respektive 7€ / Monat beginnen.

Ich selber habe nur Salesking getestet, bin über die Integration in plan.io jedoch wirklich begeistert. Bis auf kleine Verbesserungen, die sicherlich bald umgesetzt werden, ist das Bestens gelöst.

Funktioniert das in Deutschland?

Ja, da die Firma selbst und auch die Partner (Salesking und Pidoco) in Deutschland ansässig sind und deren Markt in Deutschland beginnt.

Planio Fazit

Insgesamt ist es ein hervorragendes Tool einer sehr kundenorientierten Firma, mit dessen Mitarbeitern man jederzeit über Wünsche und Probleme reden kann und die (zwar nicht immer sofort, aber) meinst recht schnell auch Anregungen und neue Ideen umsetzen. Die Erweiterbarkeit und Verknüpfung mit anderen SaaS-Applikationen ist noch ein wenig eingeschränkt, aber hier zählt meiner Meinung nach eher Klasse statt Masse.

Einige Wünsche und Verbesserungen gäbe es noch, wie z.B. ein zentrales projektübergreifende Wiki, eine bessere Erkennung relevanter E-Mail-Adressen bei der sog. “Dropbox”-Funktionalität (Aufgabenverwaltung per Mail) oder auch die Übernahme der Tätigkeitsbeschreibung statt der Projektbeschreibung in die Rechnungsposten bei Salesking. Doch all diese Dinge sind nicht maßgeblich und trüben den Gesamteindruck des Angebots nicht wirklich. Außerdem soll es ja auch noch Entwicklungspotential geben.

Und der Preis? Mit 29€ + 12€ für Salesking kommt man schon extrem weit. Weiter als bei Basecamp.

Insgesamt gebe ich Planio definitiv ein SEHR EMPFEHLENSWERT!!

 
Über den Autor

Chris B. Kerndter

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